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Türkyilmaz, Kubilay

Kubilay "Kubi" Türkyilmaz

*4. März 1967

Position: Stürmer

Vereinsstationen
1984-1986 FC Semine
1986-1989 AC Bellinzona
1989-11/1990 Servette FC
11/1990-1993 FC Bologna/It
1993-12/1995 Galatasaray Istanbul/Tür
1/1996-2/1999 Grasshoppers
2-6/1999 FC Locarno
7-12/1999 FC Luzern
1-6/2000 AC Bellinzona
7-12/2000 Brescia/It
1-6/2001 AC Lugano
7-9-2001 FC Luzern

Vereinserfolge
Schweizer Meister 1996, 1998
Schweizer Fussballer des Jahres 1996, 1997, 1998
Türkischer Meister 1994
Türkischer Cupsieger 1996
Champions League Teilnahmen 1994/95 und 1996/97 (total 7 Tore in 16 Spielen)
Total 216 Spiele in der NLA, 117 Tore
Total 92 Spiele in der italienischen Serie A, 24 Tore
Total 34 Spiele in der ersten türkischen Liga, 13 Tore

Nationalmannschaft
Erstes Länderspiel: 2. Februar 1988 gegen Frankreich in Toulouse (1:2)
Letztes Länderspiel: 5. September 2001 gegen Luxemburg in Luxemburg (3:0)
62 Länderspiele, 34 Tore
EM-Teilnahme: 1996

Diverses
Vor seinem Wechsel in den Spitzenfussball spielte Kubilay Türkylmaz für den Tessiner Drittligisten FC Semine und erzielte dort in zwei Spielzeiten sagenhafte 78 Tore.

Bei der AC Bellinzona debütierte er am 1. März 1987 im NLA-Spiel auswärts beim FC Basel in der höchsten Schweizer Liga und erzielte sogleich das Tor zum 1:1

Im Februar 1988 gab er, nach einem im Eilzugstempo durchgezogenen Einbürgerungsverfahren, gegen Frankreich in Toulouse sein Länderspieldebüt. Der letzte Einsatz für die Schweiz als Spieler der AC Bellinzona war gleichsam ein geschichtsträchtiger. Beim 1:0-Sieg gegen Brasilien, dem Debüt von Nationaltrainer Uli Stielike vor nur 13 000 Zuschauern, markierte er in Basel das goldene Schweizer Tor mittels Penalty in der 50. Minute

In 79 Wettbewerbsspielen trifft er für die AC Bellinzona 46-mal ins gegnerische Tor. Das weckt die Aufmerksamkeit des damals finanzstarken Servette FC, der ihn im Sommer 1989 verpflichtet

Im November 1990 wechselte er für die damalige Traumsumme von 3,6 Millionen Franken zum FC Bologna in die italienische Serie A. Er war der erste Schweizer seit 30 Jahren und der vierte insgesamt, der es in Italiens höchste Spielklasse schaffte. Doch dort begann der sportliche Abstieg, zunächst (trotz neun Türkyilmaz-Toren in 21 Partien) in die Serie B, dann sogar in die Serie C. Türkyilmaz wurde vorübergehend nicht mehr für die Nationalmannschaft berücksichtigt.

In der EM-Qualifikation 1992 schoss er ein grossartiges Tor zum 3:2-Auswärtssieg der Schweiz in Bulgarien. Am 2. Mai 1991 zog er im Nationalstadion von Sofia aus 50 Metern alleine aufs gegnerische Tor und markierte den entscheidenden Treffer. Der Sieg gab der Schweiz unter Nationaltrainer Uli Stielike die EM-Hoffnung zurück, die dann in Rumänien nach einem 0:1 begraben werden musste

Nach dem Transfer zu Galatasaray Istanbul im Sommer 1993 spielte Türkyilmaz wieder regelmässig für die Schweiz. Für die WM 1994 wurde der Stürmer jedoch nicht aufgeboten, einerseits wegen Bedenken wegen einer erst kurz zuvor ausgeheilten Verletzungen, andererseits auch aus taktischen Gründen

Im September 1994 schoss er in der Champions-League-Partie Galatasarays beim FC Barcelona die Führung für die Türken. Am Ende stand es vor 80 000 Zuschauern 2:1 für die Katalanen. Galatasaray schied in der Gruppe, der auch Manchester United angehörte, vorzeitig aus.

Für die erstmalige Qualifikation der Schweiz für eine EM-Endrunde trug er drei Tore bei. Am Finalturnier 1996 trug er sich als erster EM-Torschütze in der Geschichte des Schweizer Fussballs ein. Im Eröffnungsspiel im Wembley verwertete er am 8. Juni 1996 kurz vor Schluss einen Handspenalty und glich den Rückstand nach dem Treffer von Alan Shearer aus. Türkyilmaz stürmte auch in den beiden folgenen Vorrundenpartien gegen Schottland und Holland, traf aber nicht mehr. Die Schweiz schied aus

Schon vor der EM 1996war er in die Schweiz, zu den Grasshoppers Zürich, zurückgekehrt. Unter Trainer Christian Gross, der sein Temperament wie kein anderer zügeln konnte, gab es zwei Meistertitel (1996 und 1998) und eine Champions-League-Kampagne (1996/97). In seinem ersten Einsatz, der Qualifikation gegen Slavia Prag, trug er zwei Treffer zum 5:0-Heimsieg bei. Beim ersten Gruppenspiel gegen die Glasgow Rangers (3:0) traf er ebenfalls doppelt

In der Winterpause der Saison 1998/99 endet das Engagement bei GC in einem Rechtsstreit vorzeitig, Türkyilmaz ist so nur teilweise am Meistertitelgewinn beteiligt. Den Rest der Saison verbringt er beim FC Locarno in der NLB, danach spielt er ein halbes Jahr beim FC Luzern, ehe er in der Rückrunde der Saison 1999/2000 „seine“ AC Bellinzona in der Auf-/Abstiegsrunde NLA/NLB mit 15 Toren in 13 Spielen beinahe zurück in die NLA schiesst. Nur der späte Ausgleich des FC Sion im letzten Spiel zum 2:2 verhindert den Aufstieg der Tessiner.

Türkyilmaz war ein klassischer Abschlussstürmer. Er war keiner, der sich mehr bewegte, als unbedingt notwendig war, doch vor dem Tor zeichnete er sich durch unvergleichliche Kaltblütigkeit aus. In zwei Länderspielen traf er gleich dreifach, am 11. Oktober 1997, beim 5:0 in der WM-Qualifikation gegen Aserbaidschan, und am 7. Oktober 2000 beim 5:0 gegen die Färöer. Mit einem Doppelschlag gegen Luxemburg, schon unter dem neuen Nationaltrainer Köbi Kuhn, verabschiedete er sich am 5. September 2001 aus dem Nationalteam. In seinen letzten acht Länderspielen hatte er 14 Tore erzielt!

Wegen eines schweren Knieschadens musste Türkyilmaz seine Karriere im September 2011 aus medizinischen Gründen abprubt abbrechen

Lange Jahre blieb Kubilay Türkyilmaz mit seinen 34 Länderspieltoren aus 62 Spielen gemeinsam mit Max „Xam“ Abegglen der Schweizer Rekordschütze. Bis Alex Frei am 30. Mai 2008 in St. Gallen gegen Liechtenstein mit zwei Treffern seine Marke übertraf und am Ende bei 42 Treffern aus 84 Länderspielen angekommen ist

Heute arbeitet Türkyilmaz als Experte für das Tessiner Fernsehen und als Kolumnist beim „Blick“

Spielstatistik Nationalteam