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Tachella, Ely

Ely Tachella

*25. Mai 1936
† 2. August 2017

Position: Mittelfeldspieler

Vereinsstationen
1952-1960 Cantonal Neuchâtel
1960-12/1969 Lausanne-Sports
1/1970-1971 Neuchâtel Xamax

Vereinserfolge
Schweizer Meister 1965 (mit Lausanne-Sports)
Schweizer Cupsieger 1962, 1964 (mit Lausanne-Sports); weitere Finalteilnahme 1966 (mit Lausanne-Sports; Sitzstreik)
Total 221 Spiele in der NLA, 5 Tore
Teilnahme Europacup der Landesmeister 1965/66 (mit Lausanne-Sports; Vorrunde)
Teilnahme Europacup der Cupsieger 1962/63 (mit Lausanne-Sports; Achtelfinals), 1964/65 (mit Lausanne-Sports; Viertelfinals), 1967/68 (mit Lausanne-Sports; 1. Runde)
Teilnahme Messestädte-Cup 1961/62 (mit Lausanne-Sports; Achtelfinal), 1963/1964 (mit Lausanne-Sports; Achtelfinal), 1966/67 (mit Lausanne-Sports; Sechzehntelfinal), 1968/69 (mit Lausanne-Sports; 1. Runde)

Nationalmannschaft
42 Länderspiele, 0 Tore
Erstes Länderspiel: 20. Mai 1961 gegen Belgien in Lausanne (2:1)
Letztes Länderspiel: 15. Oktober 1969 gegen Griechenland in Thessaloniki (1:4)
WM-Teilnahmen: 1962, 1966

Diverses
Tacchella wuchs in Neuenburg auf und debütierte mit 17 Jahren in der ersten Mannschaft von Cantonal Neuchâtel in der NLB. In seinen jungen Jahren agierte er als Flügelstürmer, seine Schnelligkeit war beeindruckend.

Im Militär schaffte es Tacchella bis zum Hauptmann und war auch Sektionschef in Neuenburg. Dank seiner Vitalität schaffte er es, neben seinen militärischen und beruflichen Herausforderungen auch eine beeindruckende sportliche Karriere unter ein Dach zu bringen.

Mit 24 Jahren wechselte er zu Lausanne-Sports und liess sich zum Abwehrspieler umschulen. Dies gab seiner Karriere den entscheidenden Schub und lancierte nun auch seine Karriere in der Nationalmannschaft, für die er am 20. Mai 1961 im wichtigen WM-Qualifikationsspiel gegen Belgien in Lausanne erstmals auflief

Die nächsten drei Länderspiele brachten drei Begegnungen mit Schweden, nach dem 0:4 in Stockholm gewannen die Schweizer in Bern sensationell 3:2. Die beiden Teams standen am Ende punktgleich an der Tabellenspitze der Qualifikationsgruppe für die WM 1962 in Chile, ein Entscheidungsspiel auf neutralem Terrain wurde nötig. Tacchella und seine Kollegen traten am 12. November 1961 in Berlin als klarer Aussenseiter an, die Schweden waren 1958 im eigenen Land WM-Zweiter geworden und galten als hoher Favorit. Tachella bearbeitete den linken Flügel und sah, wie die Schweizer durch zwei Standards den 0:1-Rückstand zur Pause noch wettmachen konnten und mit einem 2:1 das WM-Ticket lösten

Am 23. April 1962 stand Tacchella mit Lausanne-Sports erstmals in einem Schweizer Cupfinal. Das Spiel gegen die AC Bellinzona war ein spezielles. 0:0 stand es trotz klarer Überlegenheit der Waadtländer nach 90 Minuten, doch in der Verlängerung fielen noch vier Tore für Lausanne. Tachella sorgte in der Abwehr dafür, dass gegen die unbeschwert aufspielenden Tessiner nichts anbrannte

An der WM 1962 machte er alle drei Schweizer Vorrundenspiele mit, konnte aber die Niederlagen gegen Chile (1:3), Deutschland (1:2) und Italien (0:3) nicht verhindern. Die Schweizer schieden aus.

In der Saison 1962/63 stand Lausanne-Sports erstmals in einem europäischen Wettbewerb, dem Europacup der Cupsieger. Nach einem 5:4 (3:0, 2:4) in der Vorrunde gegen Sparta Rotterdam scheiterten die Waadtländer in der ersten Hauptrunde, den Achtelfinals, an Slovan Bratislava (1:1, 0:1).

1964 kamen 51 000 Zuschauer zum Cupfinal zwischen Lausanne und La Chaux de Fonds ins Wankdorf. Wieder gewann Lausanne, diesmal nach regulärer Spielzeit, ohne Gegentreffer mit 2:0.

In der Saison 1964/65 erlebte Tachella mit Lausanne-Sports die zweite Teilnahme an einem europäischen Wettbewerb, dem Europacup der Cupsieger. Nach Siegen in den Duellen mit Honved Budapest und Slavia Sofia ging es im Viertelfinal gegen West Ham United. Nach einem 1:2 im Heimspiel vor 20 000 Zuschauern verloren die Waadtländer auch auswärts in London mit 3:4, Tachella unterlief dabei ein Eigentor.

1965 wurde Ely Tacchella zum einzigen Mal Schweizer Meister. Mit den „Königen der Nacht“ von Lausanne-Sports wurde die Meisterschaft mit vier Punkten Vorsprung vor den Berner Young Boys gewonnen. Die Betitelung war durchaus doppeldeutig, die Lausanner waren stark in den Nachtspielen auf der flutbelichteten Pontaise, wussten ihre Erfolge aber in langen Nächten auch gerne und ausgiebig zu feiern. Bei der erstmaligen Teilnahme am Europacup der Meister scheiterte Lausanne-Sports in der 1. Runde (Sechzehntelfinals) an Sparta Prag.

An der WM 1966 rutschte Tacchella im ersten WM-Gruppenspiel gegen Deutschland nach der „Nacht von Sheffield“ kurzfristig ins Team. Beim klaren 0:5 machte Tacchella sein viertes und letztes WM-Spiel, in den beiden anderen Partien gegen Spanien und Argentinien wurde er nicht mehr berücksichtigt. Dennoch folgten der WM 1966 ab Januar 1967 noch 20 weitere Länderspiele Tacchellas, nun sogar als Captain der Nationalmannschaft

Tacchella erlebte am 15. Mai 1967 den „Skandal-Cupfinal“ Lausannes gegen Basel. Nach einem kurz vor Schluss diktierten und von Helmut Hauser zum 2:1 verwandelten Foulpenalty traten die Lausanner in den legendären Sitzstreik und nahmen das Spiel nicht wieder auf. Es wurde später forfait zugunsten des FC Basel gewertet. Tacchella agierte in jener Partie als Libero, es sollte sein letzter Cupfinal gewesen sein

Ende 1969 musste er seine internationale Karriere, auch wegen langwierigen Hüftbeschwerden, aufgeben. Bis 1971 spielte er noch für Neuchâtel Xamax in der Nationalliga B

Er widmete sich fortan dem Präsidium des „Clubs der Freunde der Nationalmannschaft“, den Karl Rappan 1960 gegründet hatte und bei dem Tacchella Ehrenmitglied wurde. Am 2. August 2017 ist er 81-jährig in seiner Wohngemeinde Colombier verstorben.