Startseite | Kontakt | Impressum

Sturzenegger, Paul

Paul "Sturzi" Sturzenegger

* 7. Juni 1902
† 1970

Position: Stürmer

Vereinsstationen
1917-1919 FC International Zürich (später FC Dietikon)
1919-1925 FC Zürich
1925-1932 FC Lugano

Vereinserfolge
Schweizer Meister 1924
Schweizer Cupsieger 1931

Nationalmannschaft
Erstes Länderspiel: 26. März 1922 gegen Deutschland in Frankfurt (2:2)
Letztes Länderspiel: 9. Februar 1930 gegen Italien in Rom (2:4)
15 Länderspiele, 10 Tore
Olympiateilnahme: 1924

Diverses

Sturzenegger wurde 1902 in Argentinien geboren, wohin sein Grossvater einst ausgewandert war. Mit den Eltern kehrte er jedoch in die Schweiz zurück und wuchs in Tägerwilen (TG) und Zürich auf

Sturzenegger, der mit einem Kollegen als Teenager den FC International (den späteren FC Dietikon) gründete und dort mit Fussballspielen begann, war auch ein guter Leichtathlet

Sein erstes Spiel für den FC Zürich war ein spezielles. In der vierten Mannschaft hütete er das Tor und kassierte gleich acht Gegentore beim 2:8 gegen den FC Red Star II.

Am 20. September 1919 schoss der erst 17-jährige „Sturzi“, nun in die erste Mannschaft aufgestiegen, gleich sechs Tore zum Gewinn der Stadtzürcher Meisterschaft (8:1)

Sein Länderspieldebüt feierte er am 26. März 1922 mit einem Spiel gegen Deutschland. Es war, fast zwei Jahre nach der Länderspielpremiere der Deutschen nach dem ersten Weltkrieg in Zürich das vereinbarte Rückspiel. Sturzenegger gelang nach einem 0:2-Rückstand der Anschlusstreffer zum 1:2 (72.), Oskar Merkt, der Servettien, gelang in der 86. Minute noch der Ausgleich

1924 wurde der FC Zürich zum zweiten Mal Schweizer Meister. Paul Sturzenegger war mit seinen Toren ein wesentlicher Erfolgsfaktor im Team des Wiener Trainers Studnicka. Auch im Finalspiel gegen den FC Nordstern Basel, dem ein Streit der FCZ-Spieler mit ihrem Präsidenten Dr. Hans Enderli am Vortag vorausgegangen war, erzielte „Sturzi“ zwei Kopftballtreffer zum 3:1-Sieg der Zürcher und zum Titelgewinn

An den Olympischen Spielen 1924 in Paris erzielte er im Vorrundenspiel gegen Litauen (9:0) gleich vier Schweizer Tore. Nur Josef „Seppe“ Hügi gelangen 1960 beim 6:2 gegen Frankreich mit fünf persönlichen Einschüssen mehr Tore in einem Schweizer Länderspiel

Sturzenegger spielte auch in den beiden Achtelfinals gegen die Tschechien und im Viertelfinal gegen Italien, wo er ein Tor zum 2:1-Sieg der Schweizer beitrug, wurde dann aber von Trainer Teddy Duckworth im Halbfinal gegen Schweden und im Endspiel gegen Uruguay nicht mehr berücksichtigt und musste seinen Platz dem Servettien Robert Pache überlassen, was in der Deutschschweizer Öffentlichkeit nicht verstanden wurde

Ein Jahr nach dem Titel mit dem FCZ zog Sturzenegger als Versicherungsinspektor ins Tessin und schloss sich dem FC Lugano an, für den er sieben Jahre in der Serie A spielte und 1931 Schweizer Cupsieger wurde. Beim 2:1-Sieg nach Verlängerung gegen GC auf dem heimischen Campo Marzio glich Sturzenegger mit einem Handspenalty den Rückstand aus (73.). In der 118. Minute sorgte Poretti für die Entscheidung.

Zu jener Zeit hatte er seinen letzten von nur 15 Einsätzen in der Nationalmannschaft schon hinter sich. Mit zehn Toren erreichte er eine Traumquote.

In der Saison 1932/33 amtete er als Trainer bei den Tessinern und kickte bei den Senioren. 1942/43 sprang er nochmals als Trainer-„Nothelfer“ beim FC Lugano ein und führte diesen in den Schweizer Cupfinal. Diesmal verloren die Tessiner gegen GC mit 1:2.

Noch eine Spur eindrücklicher war seine Quote bei seinen zwei Vereinen, beim FC Zürich und beim FC Lugano. In 458 Fussballspielen hat er sagenhafte 426 Treffer erzielt, jedes einzelne hat er selbst fein säuberlich notiert, inkl. den Treffern in Freundschaftsspielen

Der „Sport“, für den er als Jugendtrainer des FC Lugano immer wieder Artikel geschrieben hatte, beschrieb Sturzenegger nach seinem Tod 1970 wie folgt: „Sturzi war ein Halbrechtsstürmer, ein kaltblütiger, waghalsiger und intelligenter Torschütze, ein gefährlicher Einzelspieler, aber keine Primadonna“.