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Stiel, Jörg

Jörg Stiel

* 3. März 1968 in Baden

Position: Torhüter

Vereinsstationen
10/1976 - 6/1982 FC Baden
7/1982 - 6/1983 Grasshopper Club Zürich
7/1983 - 6/1990 FC Wettingen (erstes Jahr leihweise)
7/1990 - 6/1993 FC St. Gallen
7/1993 - 6/1994 CD Toros Neza/Mex
7/1994 - 6/1996 FC Zürich
7/1996 - 6/2001 FC St. Gallen
7/2001 - 6/2004 Borussia Mönchenbladbach/De

Vereinserfolge
Schweizer Meister 2000 (mit FC St. Gallen)
Total 89 Spiele in der deutschen Bundesliga
Champions League Qualifikationsteilnahme 2000/2001 (mit FC St. Gallen)
UEFA-Cup-Teilnahmen 1989/90 (mit FC Wettingen), 2000/2001 (mit FC St. Gallen)

Nationalmannschaft
21 Länderspiele
Erstes Länderspiel: 15. November 2000 gegen Tunesien in Tunis (1:1)
Letztes Länderspiel: 21. Juni 2004 gegen Frankreich in Coimbra/Por (EURO; 1:3)
Teilnahme EURO 2004 (Vorrunde)

Diverses
Jörg Stiel begann bei seinem Heimatverein FC Baden mit dem Fussballspielen und löste seine erste Lizenz im Oktober 1976. 1982 wurde er als 14-Jähriger in die Nachwuchsabteilung des Grasshopper-Club aufgenommen, schon nach einem Jahr indes an den FC Wettingen ausgeliehen und dort ein Jahr später definitiv übernommen. Bei den Aargauern, damals in der Nationalliga A, kam er für die Saison 1986/87 in die erste Mannschaft und war zunächst noch die Nummer 2 hinter Remo Brügger. Nach dem Abstieg in die NLB wurde er ab Saison 1987/88 Stammkeeper, das Team schaffte den sofortigen Wiederaufstieg und schloss die Saison 1988/89 unter Trainer Udo Klug sensatinoell auf dem vierten Rang ab.

Im UEFA-Cup der Saison 1989/90 trifft der FC Wettingen mit Jörg Stiel im Tor im Sechzehntelfinal auf den SSC Napoli, wo der grosse argentinische Weltstar Diego Armando Maradona spielte. Es sind turbulente Zeiten, denn am 8. Oktober 1989 hatten Wettinger Spieler den Schiedsrichter Bruno Klötzli tätlich angegriffen, als dieser während eines Torschusses das Spiel beendete und den Wettinger Ausgleichstreffer deshalb nicht zählte. Gegen Napoli endet das Hinspiel im Zürcher Letzigrund vor 22'000 Zuschauern 0:0. Die 1,5 Millionen Franken Reingewinn sind Balsam für den finanziell angeschlagenen Club des Spielautomaten-Händlers Hubert Stöckli. Im Rückspiel im "Sao Paolo" von Neapel bringt Brian Bertelsen die Wettinger 1:0 in Führung und hat noch weitere Grosschancen, dann diktiert der Schiedsrichter einen zweifelhaften Elfmeter, den die Italiener zum 1:1 nützen. Das reicht fürs Weiterkommen. Jörg Stiel, beeinträchtigt von einer Bänderverletzung, macht ein grossartiges Spiel. Doch die Nachwehen des "Fall Klötzli" (vier Spieler wurden langfristig gesperrt) und der immer höher werdende Schuldenberg führen zum Abstieg nach der Saison 1991/92 und schliesslich zum Konkurs des Clubs im Sommer 1993.

Stiel hatte schon 1990 zum FC St. Gallen gewechselt, auch dort stieg er 1993 in die NLB ab. Weil sein Vertrag nicht verlängert wurde, nahm er ein abenteuerliches Engagment in Mexiko an, bei CD Toros Neza. Er lernte dort Spanisch, kehrte aber nach einem Jahr aus privaten Gründen in die Schweiz zurück und sielte zwei Saisons für den FC Zürich.

1996 kam es zur Rückkehr zum FC St. Gallen. Dort gewann er im Jahr 2000 unter Trainer Marcel Koller seinen einzigen Titel der Karriere, die Schweizer Meisterschaft. In der Qualifikation zur Champions League scheiterten die Ostschweizer an Galatasaray Istanbul, danach betätigten sie sich im UEFA-Cup.

Im November 2001, Stiel war schon 33-jährig, debütierte er im Schweizer Nationalteam. Er wurde vom neuen Nationaltrainer Köbi Kuhn engagiert, der neben vielen jungen Spielern aus der von ihm betreuten U21 etwas Erfahrung im Team haben wollte. In den dreieinhalb Jahren seiner Nationalmannschaftskarriere machte Stiel 21 Länderspiele, darunter die drei Gruppenspiele an der EURO 2004 gegen Kroatien, England und Frankreich. Die letzte Partie war gleichzeitig sein Abschied.

Ab Sommer 2001 spielte er drei Jahre für Borussia Mönchengladbach in der deutschen Bundesliga und machte 89 Partien. Sein Verhältnis zum Kulttrainer Hans Meyer war ähnlich eng wie jenes zu Köbi Kuhn.

Nach der Karriere engagierte sich Stiel als Torhütertrainer, zunächst bei SCR Altach in Österreich, später (ab 2014) im Nachwuchs des FC Basel 1893 und (ab 2017) im U20-Nationalteam der Schweiz. Mit seiner Firma WS4Sports AG betreute er die Generalvertretung des Handschuhherstellers Reusch in der Schweiz. Zwischenzeitlich war er auch im Beachsoccer engagiert (mit einem Disput mit Eric Cantona an der WM 2009) und half bei Borussia Mönchengladbach in der Spielerbetreuung mit.

Ab Sommer 2019 übernahm er das Torhütertraining beim Super-League-Verein Neuchâtel Xamax FCS.