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Springer, Hermann

Hermann "Mandi" Springer

* 4. Dezember 1908
+ 12. Dezember 1978

Position: Mittelläufer

Vereinsstationen
1922-1933 FC Blue Stars Zürich
1933-9/1934 BSC Young Boys
9/1934-1943 Grasshopper Club Zürich
1946 Grasshopper Club Zürich (für den Cupfinal reaktiviert)

Vereinserfolge
Schweizer Meister 1937, 1939, 1942, 1943 (alle mit GC)
Schweizer Cupsieger 1937, 1938, 1940, 1941, 1942, 1943, 1946 (alle mit GC)
Schweizer Doublegewinner 1937, 1943 (mit GC)
Total 225 Spiele in der NLA (ab 1933/34), 23 Tore

Nationalmannschaft
37 Länderspiele, 0 Tore
Erstes Länderspiel: 6. Oktober 1929 gegen Tschechoslowakei in Prag (0:5)
Letztes Länderspiel: 11. Mai 1946 gegen England in London (1:4)
WM-Teilnahme: 1938

Diverses
Mandi Springer begann im Schülerteam des FC Blue Stars Zürich mit 14 Jahren Fussball zu spielen. Später kam er dort in die erste Mannschaft, und obwohl die Blue Stars hinter GC, dem FCZ und den Young Fellows zurückstanden auf dem Platz Zürich, entwickelte er sich zur starken Figur im Schweizer Fussball. Anfänglich wirkte Springer als Mittelstürmer, im selben Team wie sein späterer Nationalmannschafts- und GC-Kollege Sirio Vernati.

Am 6. Oktober 1929 wurde er für ein Länderspiel in Prag gegen die Tschechoslowakei (0:5) erstmals für die Schweizer Nationalmannchaft aufgeboten und machte fünf Länderspiele als Angreifer und Akteur des FC Blue Stars. Alle fünf Partien gingen verloren, nach den vier Einsätzen im Jahr 1931 fehlte er im Aufgebot, auch während seiner Zeit bei YB (1933/34 plus die ersten sechs Spiele der Saison 1934/35) und den ersten beiden Saisons bei GC fand er keine Berücksichtigung.

Am Ostermontag, 29. März 1937, erlebte Hermann Springer seinen ersten nationalen Titel, als er mit GC im Cupfinal gegen Lausanne-Sports gleich mit 10:0 gewinnen konnte. Es war der höchste Sieg in einem Schweizer Cupfinal überhaupt.

Am 2. Mai 1937 kehrte Springer für das Heimspiel gegen Deutschland in Zürich (0:1) nach fast sechs Jahren Abstinenz ins Schweizer Nationalteam zurück. Inzwischen war Springer zum defensiven Fussballer umgeschult worden und wirkte meist als rechter Mittelläufer vor den beiden zentralen Verteidigern.

Damals bildete GC mit Spielern wie Willy Huber, Severino Minelli, Sirio Vernati, Lauro Amadò, Hans-Peter Friedländer und Alfred Bickel das Gros der Auswahl, GC-Trainer Karl Rappan wurde im Herbst 1937 zugleich Nationaltrainer.

Es folgte eine der erfolgreichsten Perioden des Schweizer Nationalteams. Mit dem Defensivkonzept des «Riegel» wusste Rappan spielerisch stärkere Widersacher im Zaum zu halten und konnte einige überraschende Resultate abliefern, so ein 2:2 gegen Italien, ein 1:1 gegen Deutschland, ein 4:0 gegen die Tschechoslowakei. Springer war bei all diesen Partien als rechter Mittelläufer vor dem Verteidigerduo Severino Minelli/August Lehmann im Einsatz. Dank seiner Laufstärke konnte er die defensiven Aufgaben dieser Position bestens erfüllen

Für die WM 1938 in Frankreich qualifizierte sich die Schweiz dank einem 2:1-Sieg im Qualifikationsspiel in Mailand gegen Portugal. An der WM in Paris machte die Schweiz mit einem 4:2-Erfolg im Wiederholungsspiel gegen Grossdeutschland auf sich aufmerksam. Im Viertelfinal bedeutete Ungarn Endstation. Springer wurde in allen WM-Partien der Schweiz eingesetzt

Auch nach der WM, während des Zweiten Weltkriegs, blieb Springer Teil des erfolgreichen Schweizer Teams. Sein vorerst letztes Länderspiel bestritt er kurze Zeit nach seinem zweiten Doublegewinn mit GC am 14. Juni 1943 in Solna gegen Schweden (0:1).

Am Ende der Saison 1943/44 war auch bei GC Schluss mit Spitzenfussball, er trat zu den Senioren des Clubs über.

Am 22. April 1946 kehrte er, als über 37-Jähriger, für die Schlussphase der Meisterschaft (2 Spieleinsätze) und den Cupfinal ins Team von GC zurück. Im Cupfinal-Duell gegen Lausanne-Sports sollte er den gefährlichen Stürmer Georges Aeby abmelden. Es gelang, GC gewann 3:0. Es war Springers siebter Erfolg im Schweizer Cup, womit er zu den erfolgreichsten Akteuren in diesem Wettbewerb gehört (nur seine Teamkollegen Severino Minelli und Alfred Bickel kamen auf acht Cuptitel, Willy Huber wie er auf sieben). Mit vier Meisterschaften und drei Doubles ist er zusätzlich reich dekoriert.

Wenige Wochen nach dem Cupfinal trat Springer am 11. Mai 1937 auch noch zu seinem 37. und letzten Länderspiel an. Im Wembley von London unterlag die Schweiz England mit 1:4.

Als Kaufmann leitete Hermann Springer als Direktor jahrelang die Geschicke eines grossen Unternehmens.