Meier, Eugen

Eugen "Geni" Meier

*30. April 1930
† 26. März 2002

Position: Stürmer

Vereinsstationen
1942-1951 FC Schaffhausen
1951-1965 BSC Young Boys
1965-1967 FC Bern

Vereinserfolge
Schweizer Meister 1957, 1958, 1959, 1960
Schweizer Cupsieger 1953, 1958
Schweizer Torschützenkönig 1953 (32 Tore) und 1959 (24 Tore)
Total 320 Spiele in der NLA, 248 Tore

Nationalmannschaft
Erstes Länderspiel: 25. Mai 1953 gegen die Türkei in Bern (1:2)
Letztes Länderspiel: 7. Juni 1962 gegen Italien in Santiago de Chile (WM; 0:3)
42 Länderspiele, 3 Tore
WM-Teilnahmen: 1954, 1962

Diverses
Meier wurde in Schaffhausen geboren und durchlebte dort seine ersten Fussballjahre. Ab 1946 wurde er als 16-Jähriger auch in der ersten Mannschaft eingesetzt, die in der zweithöchsten Liga spielte

1951 erfolgte der Wechsel nach Bern zum BSC Young Boys. Trainer Albert Sing hatte ihn in Schaffhausen entdeckt, YB überwies für den Transfer 4000 Franken in die Nordostschweiz

Das Frühjahr 1953 wurde zu seinem ersten erfolgreichen. YB gewann am 6. April 1953 den Cup, im ersten Spiel hatte Meier den Berner Treffer zum 1:1 erzielt, im Wiederholungsspiel setzte sich YB gegen GC mit 3:1 durch. Gleichzeitig wurde YB Meisterschaftszweiter und Meier, mit 32 Toren Schützenkönig der Liga, erhielt sein erstes Aufgebot für die Nationalmannschaft. Gleich bei seinem ersten Einsatz am 25. Mai 1953 im heimischen Wankdorf-Stadion erzielte „Geni“ Meier ein Tor, die Schweiz verlor allerdings gegen die Türkei 1:2

Bei der WM 1954 im eigenen Land wurde er beim 2:1-Sieg in Lausanne gegen Italien und bei der 0:2-Niederlage gegen England in Basel eingesetzt. Nicht berücksichtigt wurde er im Wiederholungsspiel gegen Italien und im Viertelfinal gegen Österreich (5:7)

1956 war Meier mit von der Partie, als die Schweiz den amtierenden Weltmeister Deutschland in Frankfurt mit 3:1 bezwingen konnte.

Zwischen 1957 und 1960 wurde der BSC Young Boys unter Trainer Albert Sing viermal in Folge Schweizer Meister, eine Serie die kein anderer Schweizer Club schaffte, 1958 kam mit dem Cupsieg ein erster Double-Gewinn für Meier dazu (er schoss im Wiederholungsspiel am 15. Mai wieder gegen GC das 2:0 zum 4:1-Erfolg). Meier wurde in der Saison 1958/59 zum zweiten Mal Schweizer Torschützenkönig

In der selben Saison 1958/59 erlebten die Young Boys mit dem Vorstoss in den Halbfinal des Europacups der Meister gegen Stade Reims ein Highlight der Vereinsgeschichte. Das entscheidende Tor zum 1:0-Heimsieg vor 60 000 Zuschauern im Wankdorf erzielte Eugen Meier. Auswärts unterlag YB dann mit 0:3 und verpasste den Finaleinzug. 1960 und 1961 kamen wieder Europacup-Duelle mit Eintracht Frankfurt und dem Hamburger SV mit Uwe Seeler dazu. Meier traf in beiden Duellen.

1962 sorgte Geni Meier mit starken Leistungen in den Qualifikationsspielen gegen Schweden noch einmal für eine persönliche WM-Teilnahme in Chile, er wurde jedoch einzig im Gruppenspiel gegen Italien eingesetzt. Diese Partie war gleichzeitig die letzte im rot-weissen Trikot. Nach 42 Länderspielen war seine Nationalmannschaftskarriere beendet

1965 machte Eugen Meier nach 14 glanzvollen Saisons bei den Young Boys Schluss. Noch einmal war er mit YB auf Rang 2 der Meisterschaft gelandet. Zwei weitere Jahre diente er schliesslich noch dem FC Bern in der zweithöchsten Spielklasse, als Trainer führte er diesen 1967 in die NLB

Meier erfreute sich nicht nur in Bern grösster Beliebtheit. Er war eine Persönlichkeit, lange Jahre auch Captain – und nicht nur ein glänzender Spielmacher, sondern stets auch torgefährlich. Mit seinen 248 NLA-Toren in total 320 Spielen gehört er zu den herausragenden Stürmern der Schweizer Fussballgeschichte. Sein Schuss, meistens mit links abgegeben, war bei allen Goalies gefürchtet. Meier war mit 80 kg bei 1,80 m Körpergrösse kein Leichtfüssler, seine hohe Spielintelligenz und sein genialer letzter Pass machten ihn jedoch neben der Torgefährlichkeit zu einem unverzichtbaren Spieler. Er beherrschte das Direktspiel wie kein Zweiter im Land.

Meier bliebt in seiner gesamten Fussballzeit berufstätig, arbeitete als Vertreter von Vivi-Kola. Nach der Karriere versuchte er sich auch als Wirt. Vor seiner Pensionierung war auch er auch für den Schweizerischen Fussballverband tätig. Doch er zog sich immer mehr zurück, vereinsamte und verarmte. 2002 starb er nach längerer Krankheit im Alter von 72 Jahren.