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Ballabio, Erwin

Erwin Ballabio
"Der schwarze Panther"

* 20. Oktober 1918 in Bettlach
† 4. März 2008 in Grenchen

Position: Torhüter

Vereinsstationen
Jugendverein: FC Bettlach
1933-1940 FC Grenchen
1940-1941 Lausanne-Sports
1941-1946 FC Grenchen
1946-1948 FC Thun
1948-1956 FC Grenchen

Vereinserfolge
Total 292 Spiele in der NLA, dazu drei Saisons in der NLB (mit Grenchen und Thun)
Schweizer Meisterschaftszweiter 1939, 1940, 1942
Schweizer Cupsieger 1959 (mit FC Grenchen), dazu Cupfinalist 1940

Nationalmannschaft
Erstes Länderspiel: 12. Februar 1939 gegen Portugal in Lissabon (4:2)
Letztes Länderspiel: 8. Juni 1947 gegen Frankreich in Lausanne (1:2)
Total 27 Länderspiele

Diverses
Erwin Ballabio wurde im solothurnischen Bettlach geboren und machte dort im örtlichen Fussballclub seine ersten Erfahrungen.
Mit 15 Jahren wechselte Ballabio zum FC Grenchen. Als sein Juniorenteam, in dem er als Verteidiger agierte, mit sieben Gegentoren zurücklag, beorderte ihn der Trainer ins Tor. Der Schiedsrichter soll vom Wechsel nichts mitbekommen haben und diktierte deshalb einen Penalty, als Ballabio den Ball erstmals mit den Händen berührte. Den Elfmeter parierte Ballabio - und so begann seine Laufbahn als Keeper.
Ballabio erlernte den Beruf als Maler und Tapezierer und ging aus beruflichen Gründen auch zwei Engagements ausserhalb des FC Grenchen, bei Lausanne-Sports und beim FC Thun, ein
Ballabio galt als wendiger, reflexschneller Torhüter mit exzellentem Stellungsspiel, Mut und gutem Auge bei Standardsituationen
Sein Übername "Schwarzer Panther" hatte seinen Ursprung in seiner Kleidung, die gänzlich in schwarz gehalten war, in seiner schwarzen Haarfarbe und in seinen raubtierartigen Bewegungen im Tor (er war der wohl populärste Schweizer Torhüter aller Zeiten)
Höhepunkt seiner Nationalmannschaftskarriere war der 2:1-Sieg gegen Deutschland am 20. April 1941 in Bern - am Geburtstag von Adolf Hitler
Aufgrund des 2. Weltkrieges blieben Ballabio weitere Länderspieleinsätze und vor allem eine WM-Teilnahme versagt
Nationaltrainer Karl Rappan sagte über ihn: „Ballabio war ein hervorragender Keeper mit einem ausgeprägten Sinn für das Positionsspiel. Entschlossen und energisch griff er jeweils ins Geschehen ein. Seine Statur, seine Körpergrösse und das Gewicht gaben ihm entscheidende Vorteile. Dank seiner athletischen Fähigkeiten war er ein eigentlicher Beherrscher des Fünfmeterraumes. Herauszuheben ist die Gewissenhaftigkeit, mit der sich Ballabio jeweils vorbereitet hat.“
1956, nach dem Abstieg aus der NLA des FC Grenchen, beendete er seine Spielerkarriere
Als Trainer führte er den FCG umgehend in die NLA zurück
Am 19. April 1959 fiel der Torhüter des FC Grenchen für den Cupfinal gegen Servette wegen einer Ellbogenverletzung aus, sein Reservist war mit 16 Jahren noch reichlich unerfahren. Ballabio sprang als 41-Jähriger (und mit 15 kg Übergewicht...) ein und hatte massgeblichen Anteil am 1:0-Sieg der Solothurner. Es war sein einziger Titel der Karriere, ein Jahr später stand Grenchen (mit Ballabio als Trainer) erneut im Endspiel, verlor allerdings gegen Luzern mit 0:1
Nach zehn Jahren war die Trainerzeit Ballabios beim FC Grenchen 1966 vorbei
Danach amtierte er als Chef Nationalmannschaft beim SFV und war 1967 für kurze Zeit auch Nationaltrainer. Sein Debüt gab er mit einem 7:1-Erfolg am 24. Mai 1967 in Zürich gegen Rumänien. Am 2. November 1969 trat er als Nationaltrainer wieder zurück, nachdem die WM-Qualifikation 1970 verpasst worden war
1953 wurde Ballabio Direktor des "Scala", des grössten und modernsten Kinotheaters von Grenchen