Seferovic, Haris

Seferovic, Haris

* 22. Februar 1992 in Sursee

Position: Stürmer

Aktueller Verein:
Eintracht Frankfurt/De (Vertrag bis 2017)

Vereinsstationen:
7/1999 - 7/2004 FC Sursee
8/2004 - 7/2007 FC Luzern
8/2007 - 3/2010 Grasshopper Club Zürich
3/2010 - 8/2011 AC Fiorentina/It
8/2011 - 1/2012 Neuchâtel Xamax (leihw.)
1/2012 - 6/2012 US Lecce/It (leihw.)
1/2012 - 1/2013 AC Fiorentina/It
1/2013 - 6/2013 Novara Calcio (leihw.)
7/2013 - 6/2014 Real Sociedad San Sebastian/Sp

Vereinserfolge:
Copa Italia Primavera Sieger 2009
Champions League Teilnahme 2013/2014 (mit San Sebastian; Gruppenphase)

Nationalmannschaft:
Erstes Länderspiel: 6. Februar 2013 gegen Griechenland in Piräus (0:0)
WM-Teilnahme 2014

11 Spiele für die Schweizer U21 (3 Tore)
12 Spiele für die Schweizer U19 (8 Tore)
11 Spiele für die Schweizer U18 (U17-WM-Endrunde 2009) (9 Tore)
16 Spiele für die Schweizer U17 (EM-Endrunde 2009) (4 Tore)
9 Spiele für die Schweizer U16 (6 Tore)

Diverses:
Haris Seferovic hat bosnische Wurzeln, seine Eltern waren 1980 aus der Stadt Sanski Most in die Schweiz geflüchtet. Seferovic begann beim FC Sursee mit dem Fussballspielen. 2004 wechselte er als Zwölfjähriger zum FC Luzern und belegte später die "Credit Suisse Football Academy" des SFV in Emmen. 2007 wechselte er in die Nachwuchsabteilung der Grasshoppers Zürich.

Schon in der U16 gehörte er regelmässig den Schweizer Nachwuchsauswahlen an und schoss immer seine Tore. Mit der Schweizer U17 schaffte er im Frühjahr 2009 bei der EM-Endrunde in Deutschland den Halbfinaleinzug (1:2 gegen Holland) und die damit verbundene Qualifikation für die FIFA U17 WM 2009 in Nigeria.

Am 26. April 2009 gab er mit knapp über 17 Jahren sein Debüt in der Super League. Bei der 1:4-Niederlage von GC gegen Neuchâtel Xamax wurde er für Antonio dos Santos in der 73. Minute eingewechselt.

Bei der U17-Weltmeisterschaft 2009 holte Seferovic mit der Schweiz sensationell den Weltmeistertitel. Er erzielte im Final gegen den Gastgeber Nigeria am 15. November 2009 in der 63. Minute das entscheidende Kopftor zum 1:0-Sieg. Es war sein fünfter persönlicher Treffer an diesem historischen Turnier, an dem die Schweiz erstmals in ihrer Fussballgeschichte einen Titel an einem weltweiten Turnier gewinnen konnte. Seferovic teilte sich mit drei anderen Spielern die Torschützenkrone des Turniers.

Nach der U17-WM wurde Seferovic definitiv in die erste Mannschaft von GC aufgenommen, schon Anfang Februar 2010 entschloss er sich jedoch zum schnellen Wechsel ins Ausland. Bei der AC Fiorentina unterzeichnete er einen Vertrag bis Sommer 2014. Die Ablöse betrug 1,7 Millionen Schweizer Franken.

Zunächst spielte Seferovic vornehmlich in der "Primavera", der Nachwuchsmannschaft von Fiorentina, mit der er am Ende der Saison 2009/2010 die "Copa Italia Primavera" gewinnen konnte. Sein Debüt in der ersten Mannschaft erfolgte erst am 30. November 2010 im italienischen Cup gegen Reggina Calcio (3:0). Sein erster Einsatz in der Serie A erfolgte beim 2:2 gegen Brescia (2:2). Am 9. Juni 2010 vergab er im Penaltyschiessen gegen Varese im Cup-Halbfinal seinen Versuch, die Fiorentina unterlag mit 5:6.

Weil er in Italien nicht oft zum Einsatz kam, wurde er im August 2011 an Neuchâtel Xamax ausgeliehen. Dort hatte der tschetschenische "Investor" Bulat Tschagajew den Club übernommen. Das Engagement von Seferovic endete im Chaos. Noch vor dem Konkurs des Vereins wurde er von Tschagajew und seinen strittigen Mitarbeitern fristlos entlassen.

Nach dieser unerfreulichen Geschichte wurde er von seinem Besitzerclub Fiorentina an die US Lecce ausgeliehen. Am 29. Januar 2012 machte er beim überraschenden 1:0-Sieg gegen Inter Mailand sein erstes Spiel für diesen Club. Er kam jedoch in diesem halben Jahr nur auf fünf Einsätze und traf nie.

Nach der Rückkehr zur Fiorentina kam er in einem halben Jahr auf sieben Einsätze und wurde für die Rückrunde an Novara in die Serie B ausgeliehen. Hier lief es ihm erstmals nach Jahren rund, er machte in 18 Spielen 10 Tore, darunter einen Hattrick gegen den späteren Aufsteiger Livorno.

Am 8. Juni 2013 erlöste er kurz vor Schluss die Schweiz mit seinem Tor zum 1:0 in der WM-Qualifikation gegen Zypern in Genf. Xherdan Shaqiri spielte ihn mit einem starken Steilpass Frei, Seferovic hob den Ball aus spitzem Winkel über den Goalie. Die Schweizer hatten schon im Auswärtsspiel gegen Zypern nur ein 0:0 erreicht

Im Sommer 2013 nahm Seferovic eine neue Herausforderung an und unterschrieb beim spanischen Primera-Division-Club Real Sociedad San Sebastian einen neuen Vierjahresvertrag. Die Ablöse an Fiorentina soll rund 3,5 Millionen Franken betragen haben. In der Champions League Qualifikation machte er auswärts gegen Olympique Lyon ein fantastisches Weitschusstor zum 2:0 und qualifizierte sich damit für die Gruppenphase. In der Primera Division hat er sich zunächst als Stammkraft etablieren können.

Beim entscheidenden WM-Qualifikationsspiel am 11. Oktober 2013 in Albanien (2:1) stand Seferovic als einzige Sturmspitze fast über die ganze Spieldauer auf dem Platz.

Im Sommer 2014 wurde er von Ottmar Hitzfeld für die WM in Brasilien aufgeboten. Im ersten Gruppenspiel gegen Ecuador kam er als Joker aufs Feld und erzielte in der 93. Minute den Siegtreffer zum 2:1 für die Schweiz. Im Spiel gegen Frankreich stand er von Beginn an auf dem Platz, in den beiden anderen Partien wurde er jeweils eingewechselt.

Im Verlauf der WM-Saison war er bei San Sebastian immer weniger eingesetzt worden. Seferovic entschloss sich deshalb nach der WM zu einem Wechsel in die deutsche Bundesliga. Bei Eintracht Frankfurt unterzeichnete er bis 2017 (Ablösesumme: ca. 3,8 Millionen Franken).

Mit Eintracht Frankfurt musste er am Ende der Saison 2015/2016 in die Relegation gegen den Dritten der 2. Bundesliga, den 1. FC Nürnberg. Im Rückspiel rettete Seferovic mit dem einzigen Treffer der Partie seinem Team den Ligaerhalt.

Von Nationaltrainer Vladimir Petkovic wurde er für die EURO 2016 aufgeboten und kam in allen vier Spielen der Schweizer zum Einsatz, dreimal von Beginn weg - einmal gegen Frankreich als Einwechselspieler. Trotz zahlreicher Torgelegenheiten war ihm aber ein Abschlusserfolg nicht vergönnt.

Nach fast einem Jahr ohne Torerfolg erzielte Haris Seferovic am 7. Oktober 2016 im WM-Qualifikationsspiel der Schweiz in Budapest gegen Ungarn das Führungstor zum 0:1.

Spielstatistik Nationalteam