WM 2010 in Südafrika

Die Qualifikation

WM 2010, Gruppe 2
Schlussklassement:


1. Schweiz 10 6 3 1 18:8 21
2. Griechenland 10 6 2 2 20:10 20
3. Lettland 10 5 2 3 18:15 17
4. Israel 10 4 4 2 20:10 16
5. Luxemburg 10 1 2 7 4:25 5
6. Moldawien 10 0 3 7 6:18 3

Die Schweiz damit an der WM 2010


Das Schweizer Aufgebot für die Endrunde

Tor: 1 Diego Benaglio (VfL Wolfsburg/De), 12 Marco Wölfli (BSC Young Boys), 21 Johnny Leoni (FC Zürich). - Verteidigung: 22 Mario Eggimann (Hannover 96/De), 13 Stéphane Grichting (AJ Auxerre/Fr), 2 Stephan Lichsteiner (Lazio Rom/It), 3 Ludovic Magnin (FC Zürich), 4 Philippe Senderos (FC Everton/Eng), 5 Steve von Bergen (Hertha Berlin/De), 17 Reto Ziegler (Sampdoria Genua/It). - Mittelfeld: 7 Tranquillo Barnetta (Bayer Leverkusen/De), 11 Valon Behrami (West Ham United/Eng), 16 Gelson Fernandes (AS St-Etienne/Fr), 6 Benjamin Huggel (FC Basel), 8 Gökhan Inler (Udinese Calcio/It), 14 Marco Padalino (Sampdoria Genua/It), 20 Pirmin Schwegler (Eintracht Frankfurt/De), 23 Xherdan Shaqiri (FC Basel), 15 Hakan Yakin (FC Luzern). - Angriff: 18 Albert Bunjaku (1. FC Nürnberg/De), 19 Eren Derdiyok (Bayer Leverkusen/De), 9 Alex Frei (FC Basel), 10 Blaise Nkufo (FC Twente Enschede/Ho). - Trainer: Ottmar Hitzfeld/De.


Die Spiele an der Endrunde

Vorrunde, Gruppe H

WM 2010, Endrunde, Gruppe H
Spanien – Schweiz 0:1 (0:0)

16. Juni 2010, 16.00 Uhr. – Moses Mabhida, Durban/Südafrika.
– 62 453 Zuschauer. – SR Webb (Eng). – Tor:
52. Fernandes 0:1.
Spanien: Casillas; Sergio Ramos, Piqué, Puyol,
Capdevila; Busquets (61. Torres), Xabi Alonso;
David Silva (62. Navas), Xavi, Iniesta (77. Pedro);
Villa.
Schweiz: Benaglio; Lichtsteiner, Senderos
(36. Von Bergen), Grichting, Ziegler; Barnetta
(92. Eggimann), Huggel, Inler, Fernandes;
Derdiyok (79. Yakin); Nkufo. – Nationaltrainer:
Ottmar Hitzfeld.
Bemerkungen: Schweiz ohne Behrami, Frei
(beide verletzt). Nicht eingesetzte
Ersatzspieler: Wölfli, Leoni, Bunjaku, Magnin,
Padalino, Schwegler, Shaqiri.
– 36. Senderos verletzt ausgeschieden.
70. Schuss Xabi Alonsos an die Querlatte.
74. Schuss Derdiyoks an den Torpfosten.
– Verwarnungen: 30. Grichting (Foul). 73. Ziegler
(Foul). 91. Benaglio (Spielverzögerung). 94. Yakin
(Hands).


WM 2010, Endrunde, Gruppe H
Chile – Schweiz 1:0 (0:0)

21. Juni 2010, 16.00 Uhr. – Nelson Mandela Bay, Port
Elizabeth/Südafrika. – 34 872 Zuschauer. – SR Al
Ghamdi (Saudi-Arabien). – Tor: 75. Gonzalez 1:0.
Chile: Bravo; Medel, Ponce, Jara; Carmona; Isla,
Fernandez (65. Paredes), Vidal (46. Gonzalez);
Sanchez, Suazo (46. Valdivia), Beausejour.
Schweiz: Benaglio; Lichtsteiner, Von Bergen,
Grichting, Ziegler; Behrami, Huggel, Inler,
Fernandes (77. Bunjaku); Frei (42. Barnetta);
Nkufo (68. Derdiyok). – Nationaltrainer: Ottmar
Hitzfeld.
Bemerkungen: Schweiz ohne Senderos (verletzt). Nicht eingesetzte
Ersatzspieler: Wölfli, Leoni, Hakan Yakin, Magnin, Eggimann, Padalino, Schwegler,
Shaqiri. 49. Tor von Sanchez aberkannt (Offside).
- Platzverweis: 31. Behrami (angebliche Tätlichkeit).
– Verwarnungen: 2. Suazo (Foul). 18. Nkufo (Foul).
22. Carmona (Foul/gegen Spanien gesperrt).
25. Ponce (Unsportlichkeit). 48. Barnetta (Foul).
60. Inler (Foul) und Fernandez (Unsportlichkeit/
gegen Spanien gesperrt). 61. Medel (Unsportlichkeit).
92. Valdivia (Unsportlichkeit).


WM 2010, Endrunde, Gruppe H
Schweiz – Honduras 0:0

25. Juni 2010, 20.45 Uhr. – Free State Stadium, Bloemfontein.
– 28 042 Zuschauer. – SR Baldassi (Arg).
Schweiz: Benaglio; Lichtsteiner, von Bergen,
Grichting, Ziegler; Barnetta, Huggel (78. Shaqiri),
Inler, Fernandes (46. Yakin); Derdiyok, Nkufo
(69. Frei). – Nationaltrainer: Ottmar Hitzfeld.
Honduras: Valladares; Sabillon, Chavez, Bernardez,
Figueroa; Alvarez, Thomas, Wilson Palacios,
Nuñez (66. Martinez); Jerry Palacios (78. Welcome),
Suazo (87. Turcios).
Bemerkungen: Erstes Länderspiel gegen Honduras.
Schweiz ohne Behrami (gesperrt), Senderos (verletzt).
Nicht eingesetzte Ersatzspieler: Leoni, Wölfli, Bunjaku, Magnin, Eggimann, Padalino,
Schwegler. – Verwarnungen: 4. Thomas. 34. Fernandes. 58. Suazo. 65. Chavez.
89. Wilson Palacios (alle wegen Fouls).


Klassement, Gruppe H

1. Spanien 3 2 0 1 4:2 6
2. Chile 3 2 0 1 3:2 6
3. Schweiz 3 1 1 1 1:1 4
4. Honduras 3 0 1 2 0:3 1

Schweiz damit ausgeschieden


Infos

Erstmals überhaupt fand eine WM auf dem afrikanischen Kontinent statt. FIFA-Präsident Josef S. Blatter hatte sich über viele Jahre für diesen Moment eingesetzt. Südafrikas Team schied trotz hoher Erwartungen schon in der Vorrunde aus. Nur die Franzosen, die sich eine Reihe von Undiszipliniertheiten und einen offen ausgetragenen Disput mit Trainer Raymon Domenech geleistet hatten, lagen noch hinter der "Bafana Bafana". Auch für Italien war das Turnier unerwartet früh zu Ende.

Favorit Spanien leistete sich mit dem 0:1 gegen die Schweiz einen frühen Ausrutscher, ging danach aber solide durchs Turnier und wurde erstmals überhaupt Weltmeister. David Villa erzielte wie Thomas Müller, Wesley Sneijder und der starke Uruguayer Diego Forlan fünf Turniertore. Weil Müller, der beste junge Spieler des Events, das in der kürzesten Einsatzzeit tat, erhielt er den "Goldenen Schuh". Forlan durfte sich als bester Spieler des Turniers auszeichnen lassen. Spanien stellte mit Iker Casillas auch den besten Torhüter und entschied zusätzlich die Fairplay-Wertung für sich.


Schweizer Figur

Gelson Fernandes ist nicht als Torschütze vom Dienst bekannt. Er stopft für gewöhnlich mit viel Laufarbeit, taktischer Disziplin und Zweikampfbereitschaft die Löcher, die im Spiel nach hinten entstehen könnten. Doch an diesem 16. Juni 2010 in Durban schreibt er für einmal ein Stück Fussballgeschichte. Es läuft die 52. Minute, als sich Eren Derdiyok bei einem der ganz seltenen Schweizer Entlastungsangriffe bis in den Strafraum durchtanken kann. Dort spitzelt er den Ball vor dem Eingreifen von Goalie Iker Casillas noch ein wenig zur Seite, der mit aufgerückte Fernandes profitiert und erzielt das 1:0. Die Schweizer zittern sich bis zum Ende durch und schaffen einen Moment für die Bücher. Spanien wird später Weltmeister - die Schweiz ist das einzige Team, das Xavi, Iniesta & Co. an diesem Turnier bezwingen konnte.

Weltmeister

Spanien war 2008 beim Turnier in Österreich und der Schweiz schon Europameister geworden und verfügte über eine einmalige Spielergeneration, angeführt von den ball- und passicheren Virtuosen des FC Barcelona, die die Erfolge auf Clubebene auch ins Nationalteam übertragen konnten. Nach der Niederlage gegen die Schweiz gewannen sie alle Spiele, jene in der K.o.-Runde allesamt mit 1:0, gegen Portugal, Paraguay und Deutschland. Im Final gings gegen Holland in die Verlängerung, ehe Andres Iniesta gegen den dezimierten Gegner in der 116. Minute das Siegtor gelang. Spanien wurde 2012 neuerlich Europameister und schaffte so das seltene Titel-Triple.

Kurios

Im Achtelfinal gegen Deutschland markierte der Engländer Frank Lampard ein lupenreines Tor. Sein Schuss aus 17 Metern sprang von der Lattenunterkante in aller Deutlichkeit hinter die Torlinie, von dort noch einmal an die Latte und schliesslich in die Hände des deutschen Torhüters Manuel Neuer. Der urugayische Schiedsrichter Jorge Larrionda entschied jedoch auf Weiterspielen, da sein Assistent Mauricio Espinosa an der Linie den Treffer nicht erkannt hatte. Es wäre das 2:2 gewesen, am Ende gewann Deutschland mit 4:1. Die späte "Genugtuun" für Wembley 1966?